Angst vor Chemie
Das Fach vor dem es graut
Redaktion (MEDI-LEARN)
Ellenlange Strukturformeln mit unzählbaren Abzweigungen. H-Atome, die machen, was sie wollen. Bindungen, die sich spontan auflösen und einfach neu bilden….so wirkt Chemie oft auf Studienanfänger. Besonders dann, wenn sie keinen entsprechenden Leistungskurs in der Oberstufe hatten. Schnell stellt sich die Frage, wie das alles verstanden und gelernt werden kann.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei chemischem Unwissen ein Medizinstudium die falsche Wahl war. Was also tun, wenn die Klausur näher rückt, aber das Verstehen bislang ausgeblieben ist?
Diese Frage wurde auch im MEDI-LEARN Forum diskutiert und viele Forennutzer, deren Chemie-Klausuren erfolgreich abgehakt sind, berichteten von ihren Erfahrungen und gaben hilfreiche Tipps für all jene, denen sie noch bevorstehen.
Zuerst einmal Ruhe bewahren, hieß es immer wieder. Nicht jeder Medizinstudent, der Chemie bestanden hat, war (oder ist) ein Chemie-Liebhaber oder gar Experte. Es ist zu schaffen, selbst wenn dir die Formeln anfangs auf der Nase herumtanzen und sich deinem Verständnis entziehen. Ein häufiges Problem ist ein Zuviel an Material. Nun steigt der Lernerfolg nicht proportional zum vorhandenen Material und so empfehlen erfahrenere Semester, sich für eine Variante zu entscheiden. Statt zwischen Zeeck, Vorlesungsaufzeichnungen, MEDI-LEARN Skripten, Praktikumsunterlagen und Altklausuren wild hin und her zu springen wähle jene Unterlagen aus, die dir am eingängigsten scheinen. Konzentriere dich dann auf solche Inhalte, die tatsächlich klausurrelevant sind. Auf diese Weise verringert sich schon einmal der Stoffumfang und dir bleibt mehr Zeit für die Vorbereitung.
Bei der Frage, wie diese Vorbereitung aussehen soll, scheiden sich die Geister. Einige „alte Hasen“ schwören in der Chemie aufs Auswendiglernen und haben so erfolgreich ihre Scheine erhalten. Andere hingegen drängen darauf die Vorgänge zu verstehen. Wenn die Grundlagen gut sitzen, folgt der Rest automatisch hinterher, begründen sie ihre Empfehlung. Du brauchst nicht panisch werden, falls du nicht sofort den gesamten Inhalt eines Kapitels verstehst. Viele Studierende berichten davon, dass die Erkenntnis erst beim Durcharbeiten des nächsten Kapitels einstellt und Zusammenhänge klar werden.
Solltest du trotz aller Bemühungen alleine nicht weiter kommen, könnte Nachhilfe eine Lösung sein. User wiesen darauf hin, dass in anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen Nachhilfe zu nehmen für Studenten weder eine Seltenheit noch ein Tabu ist. Und wenn es dem Verständnis dient, warum nicht? Dass dein Nachhilfelehrer dir den Stoff auch vermitteln können und nicht so in den Strukturformeln leben sollte, dass er für deine Schwierigkeiten kein Verständnis hat, weißt du selber.
Was genau dir letztendlich erfolgreich hilft, kannst du nur selber herausfinden. Welches Buch das richtige ist, ob du lieber alles auswendig lernst oder es vorziehst die Vorgänge zu verstehen, ist allein deine Entscheidung. Vielleicht weißt du von Kommilitonen, die ähnliche Schwierigkeiten haben. Ihr könnt euch in so einem Fall beispielsweise in einer Lerngruppe gegenseitig helfen und unterstützen. Wenn du am Ball bleibst und dich nicht entmutigen lässt, stellt sich der Erfolg früher oder später ein. Dann wirst du sehen, dass Chemie keine unüberwindbare Hürde im Medizinstudium ist.